1978 – 1989 
Wie war das eigentlich mit dem Surfen - ohne Handy ohne Internet ohne Digitalkamera?
"Manchmal muss ich schmunzeln, wenn ich an früher zurückdenke und kann nicht
glauben dass man damals "komplett ohne alles“ leben konnte."

Heute benutzen wir modernste Kommunikationshilfen um uns einen Überblick
über unsere Surffreunde, den Spot, den Wind und die Bedingungen zu verschaffen.
Schon ein zuhause vergessenes Handy ist eine kleine Katastrophe;-)) Dazu das Internet mit ihren Foren, den eigenen Web Seiten,
den Wetterseiten, W-lan, die Mails & Sms. All diese kleinen Technik Wunder sind mittlerweile für uns völlig normal und unverzichtbar. Meinen wir!
Aber es ging auch anders! Die älteren hier werden es noch wissen und die Jüngeren können es hier erlesen....

Als Windsurfen so richtig Hipp war, gab es weder das eine noch das andere und an vieles war nicht zu denken.
Freunde erreichte man ausschließlich über den Festnetzanschluss und das meistens auch nur abends,
oder man schrieb ihnen eine Karte oder einen Brief, wenn sie weiter weg wohnten. Mit der
Hand natürlich, oder mit der Schreibmaschine? Diese war eher den weiblichen Surferinnen
vorbehalten - denn: Welcher Mann konnte schon mit einer Tastatur umgehen? Also klingelte man abends bei dem
Kumpel durch, besprach die neuesten Wetterberichte und verabredete sich für den nächsten Tag am Strand.
Korrekturen im nachhinein ware nicht möglich, wenn der Angerufene nicht mehr am Telefon war.
Verabredet ist verabredet;-))
"War man unterwegs, war man automatisch nicht erreichbar. Und das war ganz normal;-) 

Materialinfos und neue Tricks gab es für Normalbürger über die Zeitschrift Surf (die damalige Bibel) mit oft monatelanger Verspätung.
Oder man hatte Beziehungen und kannte Shop Verkäufer oder Teamfahrer, die einem mit den allerneusten News versorgten.
Dieser verspätete Informationsaustausch sorgte auch dafür, daß sich Windsurfen vergleichsweise träge entwickelte.
Ehe neueste Mänöver und Materialtrendsan die deutschen Küsten kamen, vergingen oft Monate. Selbst Hersteller von
Surf Artikeln tabten oft im Dunkeln und brachten unabhängig voneinander völlig unterschiedliche Systeme auf dem Markt.
Die Konkurenz war ja oft tausende von Meilen entfernt. Es gab als schnellste Informationsquelle das Telefon, die Luftpost oder
in Anfängen auch das Faxgerät für damals umgerechnet 18.000,- deutsche Mark das Stück - und von denen brauchte man immer 2!

Das Fotogafieren! Kameras die sich selbst einstellten und überhaupt die Funktion „Automatikmodus“ war unbekannt.
"Analog und Film einlegen" waren die Zauberworte. "Digital" noch nicht erfunden.
Eine Pocketkamera hatte fast jeder zuhause. Ein wunderbares kleines Gerät. Aber für Surf Aufnahmen
komplett ungeeignet . Das Fotografieren blieb in den 80iger Jahren fast ausschließlich den Leuten vorbehalten,
die mit einer analogen Spiegelreflex Kamrea umgehen konnten. Das bedeutete damals das der Fotograf wirklich Ahnung haben
musste um zu guten Resultaten zu kommen. Erste magere Ergebnisse von der Pocketkamera gab es nach dem
Entwickeln der Bilder und die gab es erst wenn der Film voll war. Das machte kaum jemand.
Also gab es kaum Bilder. Im nachhinein hätte man viel mehr fotografieren sollen. Aber im nachhinein ist man ja immer schlauer.
Keine modernen Kommunikationshilfen vorhanden ;-) 

Heute sind das unvorstellbare Zustände für einen Sport der so vom Wetter und
der Kommunikation untereinander abhängig ist. Aber, wie soll man es beschreiben?: "Es ging gut" – weil
man es nicht anders kannte." So ist es wohl am besten formuliert.
Wissen woher der Wind weht.

Unmittelbar nach dem Wachwerden ging es los: Der erste gute alte Wetterbericht
kam ausschließlich durch das Radio und im Norden war das nun mal NDR2. Zu jeder
vollen Stunde die Nachrichten und im Anschluss:
„Westliche Nordsee West 5, zunehmend 6-7 über Nordwest drehend, abends abnehmend!“
Das war die Vorhersage, gültig für ein Gebiet von 200 Quadratkilometern,
die das Herz höher schlagen liess. Also fuhr man los,

( Im Auto ZZ-Top oder die Blues Brothers von der Kassette auf Autolautstärke ) in der Hoffnung dass der Wind auch wirklich kommt,
der da angekündigt wurde. Am Strand immer, (wie heute auch
), die üblichen Verdächtigen, und im Hintergrund NDR2.
), die üblichen Verdächtigen, und im Hintergrund NDR2. Jede volle Stunde brachte eine neue Wetterlage,-)) Wie oft ich am Strand gesessen habe, weil der vorhergesagte Wind
ausblieb weiß ich nicht, aber ich denke die Wahrscheinlichkeit das überhaupt der Wind kam, lag bei maximal 50% .
Der damalige MP3 Player,-) Kapazität für 60 oder 90 Minuten....
Erst dem Kitesurfen kam auch das Handy, die Digitalkamera und das Internet und damit startete
das Surfen insgesamt in eine neue Dimension der totalen Information und Vernetzung untereinander und übereinander.
Ohne diese neuen Möglichkeiten wäre Kiten niemals da wo es heute ist. Interessant finde ich es auch, das die Jüngeren
es garnicht mehr anders kennen als es heute ist.
Dabei ist das Mittelalter noch noch gar nicht so lange her;-)

